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Neue Zahlen und Fakten zur Zivilgesellschaft

(C) Marko Greitschus / pixelio.de

Vor gut einem Monat habe ich meinem Blog über das Projekt “Zivilgesellschaft in Zahlen” berichtet. Nun sind die Ergebnisse des ersten Moduls veröffentlicht worden, die ich hier kurz vorstellen möchte.

Beim ersten Modul des Projektes ging es darum das statistische Unternehmensregister auszuwerten. Dies ist eine regelmäßig aktualisierte Datenbank wirtschaftlich aktiver Unternehmen und deren Betriebe aus nahezu allen Wirtschaftsbereichen mit mindestens 17.5000 Euro steuerbarem Umsatz aus Lieferungen und Leistungen und/oder mindestens einem sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten. Die Auswertung basierte auf der erstmals erfolgten Kennzeichnung der Unternehmen des URS bezüglich ihrer Zugehörigkeit zum Dritten Sektor. Hierbei kamen die Kriterien des “UN-Handbooks on Non-Profit Institutions in the System of National Accounts” zur Anwendung.

Hierbei kamen durchaus interessante Ergebnisse heraus, die vor allem aus meiner Sicht dazu führen, das man aussagekräftige Zahlen über den Dritten Sektor bekommt und damit auch über den Wirtschaftszweig der Sozial- und Gesundheitswirtschaft. So wurde festgestellt das insgesamt 104.855 wirtschaftlich aktive Organisationen des Dritten Sektors in dieser Datenbank registriert sind.

Die Bruttowertschöpfung aller wirtschaftlich aktiven Organisationen des Dritten Sektors betrug um Jahr 2007 fast 90 Milliarden Euro. Das entspricht 4,1 Prozent der gesamtwirtschaftlichen Wertschöpfung in Deutschland. Daher ist diese mit der deutschen Bauwirtschaft vergleichbar. Den größten Anteil an der Wertschöpfung im Dritten Sektor haben Organisationen aus den Bereichen Gesundheit und Soziales mit 51 Milliarden Euro (58 Prozent).

Auch zeigt sich das mehr als die Hälfte der sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätze des Dritten Sektors im Bereich “Gesundheit und Soziales” angesiedelt sind, nämlich ungefähr 1,4 Millionen. Insgesamt gibt es im dritten Sektor 2,3 Millionen sozialversicherungspflichtige Beschäftigte und 300.000 geringfügige Beschäftigte. Das sind 9,2 Prozent der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten und 7,3 Prozent der geringfügig Beschäftigten in Deutschland.

Eine interessante Auswertung gibt es im Bezug auf prekäre Beschäftigungsverhältnisse. So konnten keine Anzeichen gefunden werden, dass diese im zivilgesellschaftlichen Bereich vermehrt auftreten. In privatwirtschaftlichen Unternehmen ist jeder sechste Arbeitnehmer (16,6 Prozent) geringfügig beschäftigt, in der Zivilgesellschaft ungefähr jeder achte (13,1 Prozent). Noch geringer ist diese Quote im Bereich “Gesundheit und Soziales” in der nur jeder zehnte Arbeitnehmer geringfügig beschäftigt ist.

Diese Ergebnissen des ersten Teilbereiches des Projektes finde ich schon sehr interessant. Man darf daher gespannt sein, welche Ergebnisse es im zweiten Modul gibt. Hier werden weitere Statistiken aus Sekundärquellen geprüft und geschaut wie man diese in ein Informationssystem Zivilgesellschaft in Zahlen integrieren kann.

Der komplette Ergebnisbericht des ersten Moduls kann auf der Homepage des Projektes heruntergeladen werden.

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