Weniger ehrenamtliches Engagement durch Belastung in Schule und Uni
Das ehrenamtliche Engagement bei Jugendlichen steht in Konkurrenz zu Schule und Studium. Durch verschiedene Reformen wie das G8 oder die Umstellung auf Bachelor- und Masterstudium wurde die Befürchtung laut, dass Jugendliche und junge Erwachsene weniger Zeit für das ehrenamtliche Engagement haben. Eine Sonderauswertung des Dritten Freiwilligensurvey durch die Bertelsmann Stiftung stützt nun diese These.
Das Engagement älterer Menschen stieg zwischen 1999 und 2009 erheblich, das von Jugendlichen sank allerdings im selben Zeitraum entgegen dem Trend von 37 auf 35 Prozent. Auch zeigt sich eine Kluft zwischen dem tatsächlichen Engagement und der Bereitschaft sich zu engagieren. Denn nach der Sonderauswertung würden 49 Prozent der Jugendliche sich gerne stärker einbringen, 35 Prozent tun dies allerdings nur.
Das Schüler und Studenten immer weniger Zeit für das ehrenamtliche Engagement haben zeigt sich bei einem Vergleich von Gymnasiasten. Bei den Schülern die das Abitur in neun Jahren erreichen engagieren sich 51 Prozent ehrenamtlich, bei den Schülern die acht Jahre zum erreichen des Abitur benötigen nur noch 41 Prozent. Auch zeigt sich das die Engagementsquote von Ganztagsschülern mit 31 Prozent acht Punkte unter der von Schülern, die mittags Schulschluss haben.
Die Bereitschaft sich ehrenamtlich zu engagieren ist bei jungen Menschen mit Migrationshintergrund mit 54 Prozent insgesamt sogar deutlich über der Gesamtquote von 49 Prozent. Sie finden aber offensichtlich weniger Möglichkeiten aktiv zu werden. So sind 31 Porzent der Jugendliche ohne Migrationshintergrund Mitglied in einem Verein, aber nur 16 Prozent der Jugendlichen mit Migrationshintergrund.
Wenn man sich die Bereich für das ehrenamtliche Engagement anschaut zeigt sich, das je jünger die Personen sind, desto eher machen diese im Sport, in der Kirche, in einer Theater- oder Musikgruppe, in der Schülervertretung, beim Naturschutz oder in den Jugendverbänden mit. Vor allem die Kirchen verzeichnen seit dem ersten Freiwilligensurvey Zuwächse bei der Aktivierung von Kindern und Jugendliche. Deutlich unterrepräsentiert sind Jugendliche beim Engagement in Politik und Partei.
Zu den Ergebnissen kommt eine aktuelle Sonderauswertung des Dritten Freiwilligensurveys des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, die von der Jugendforscherin Sibylle Picot in Kooperation mit TNS Infratest im Auftrag der Bertelsmann Stiftung erstellt wurde.
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