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AOK Bayern kündigt Hausarztvertrag fristlos

Quelle: AOK-Mediendienst

Es hat sich in den letzten Tagen und Wochen schon angedeutet, nachdem der Bayerische Hausärzteverband seine Mitgliedsärzte aufgefordert hatte aus dem Kassensystem auszusteigen. Die größte Krankenkasse Bayerns – die AOK – hat daher nun den Hausarztvertrag fristlos gekündigt. Für 2,6 Millionen Versicherte in Bayern die im AOK-Hausarztmodell eingeschrieben sind bedeutet dies, dass diese auf besondere Angebote verzichten müssen.

Der Streit schwelt schon seit mehreren Monaten. Nachdem der Hausärzteverband seine Mitgliedsärzte zum Austritt aus dem Kassensystem aufgefordert hat, kündigte die AOK an, dann den Hausarztvertrag zu kündigen. Dies ist nun passiert. “Es ist unmöglich und unzumutbar, mit einem Verband zusammenzuarbeiten, der sich in zentralen Fragen der Sozialgesetzgebung rechtswidrig verhält und andere zum Rechtsbruch aufruft”, begründet Bayerns AOK-Chef Helmut Platzer die drastische Reaktion seiner Kasse gegenüber der Süddeutschen Zeitung.

Zustimmung erhält Platzer vom langjährigen Chef der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns (KVB), Axel Munte, welcher gegenüber der Süddeutschen Zeitung erklärte: “Der Hausärzteverband hat die Schmerzgrenze seiner Vertragspartner eindeutig überschritten.”

Ausschlaggeben für diesen Schritt war unter anderem die Vorverlegung der Ausstiegsveranstaltung vom 26. Januar 2011 auf den 22. Dezember. Auch hat der Verband an seine Mitglieder in den letzten Tagen einen Rundbrief geschrieben, aus dem die Süddeutsche Zeitung zitiert. In diesem heißt es unter anderem: “Sie (die Kassen, Anm. des Verfassers) behandeln Hausärzte, die aus diesem Unterdrückungssytem ausscheiden wollen, wie Kriminelle.”

Die 2,6 Millionen Versicherten der AOK die am AOK-Hausarztmodell teilnehmen, müssen nun mit Auswirkungen rechnen. Bisher mussten diese zum Beispiel nur einmal im Jahr 10 Euro zahlen und wurden dann von der Praxisgebühr befreit. Auch entfallen nun Zusatzleistungen nach Krankenhausaufenthalten und Operationen die die Patienten bisher kostenlos bekamen. Auch ein jährlicher “besonders umfassender Gesundheits-Check und ein Hautscreening” fallen nun weg.

Allerdings können die Versicherten ihren Hausarzt ganz normal aufsuchen und müssen auch von diesem behandelt werden. Die AOK teilte dazu am Donnerstag in einer Pressemitteilung mit: Sie können “ihren Hausarzt wie gewohnt weiterhin mit ihrer Versichertenkarte aufsuchen. Die Kündigung betrifft nicht die Kassenzulassung der Hausärzte, die unverändert bestehen bleibt – es sei denn, die Hausärzte geben sie von sich aus zurück.”

Man darf daher gespannt sein wie es nun weitergeht. Also ob die Hausärzte die im Bayerischen Hausärzteverband zusammen geschlossen sind wirklich am 22. Dezember die Kassenzulassung zurückgeben. Dann würden diese Ärzte keine Kassenpatienten mehr behandeln dürfen bzw. würden von den gesetzlichen Krankenkassen die Kosten nicht zurück erstattet bekommen. Das heißt solche Ärzte müssten dann die Behandlungskosten privatrechtlich von den Patienten einfordern, was allerdings – aus Patientensicht – nur für Privatpatienten Sinn macht.

Ein ist aber bisher schon klar: Der Streit wird bisher mal wieder auf dem Rücken der Patienten ausgetragen und die Hausärzte in Bayern haben nun einen Vertrag mit der AOK verloren von dem diese bisher recht lukrative Vergütungen bekamen.

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