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Ein-Euro-Jobs bringen Langzeitarbeitslose nicht schneller in reguläre Beschäftigung

(C) Anton Porsche (superanton.de) / pixelio.de

Die Ein-Euro-Jobs waren das Instrument, das bei der Einführung der Hartz-Gesetze am meisten Kritik ausgelöst hat. Nun zeigt eine Studie des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW), dass Ein-Euro-Jobs Langzeitarbeitslose nicht schneller in reguläre Beschäftigung bringen.

Um zu diesen Ergebnis zu kommen, haben die Forscher errechnet, wie viele Personen, die in den ersten vier Monaten nach Beginn von Hartz IV-Leistungen einen Ein-Euro-Job annehmen, zwölf Monate später sozialversicherungspflichtig beschäftigt sind. Diese Ergebnisse wurden dann verglichen mit dem Beschäftigungserfolgen von Leistungsempfängern, die keinem Ein-Euro-Job nachgehen, aber bei allen anderen wesentlichen Eigenschaften weitestgehend ähnlich sind. Der betrachtete Zeitraum war 2006.

Das Ergebnis zeigt, dass sich die Nachteile der Ein-Euro-Jobber bei der regulären Beschäftigung quer durch die Bevölkerung zeigen. Am stärksten sind die Effekte bei Männern ohne Migrationshintergrund. Bei ihnen ist die Rate der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten ein Jahr nach Beginn des Ein-Euro-Jobs 3,1 Prozentpunkte niedriger als in der Vergleichsgruppe. Mit 0,9 Prozentpunkten am schwächsten betroffen sind Frauen mit Migrationshintergrund. Aber auch dieser Effekt ist statistisch noch signifikant.

Als Faktoren die den durchweg negativen Befund erklären können, nennt das ZEW, dass eventuell vermittelte Qualifikationen im Ein-Euro-Job an den Erfordernissen des ersten Arbeitsmarktes vorbei gehen. Auch könnten die Ein-Euro-Jobs Langzeitarbeitslose stigmatisieren, wenn die Arbeitgeber diese Tätigkeit als Indiz für eine mangelnde Beschäftigungsfähigkeit ansehen. Denkbar ist aber auch, dass Hartz IV-Empfänger um einen unattraktiven Ein-Euro-Job zu entgehen, intensiver sich um einen regulären Job auf dem ersten Arbeitsmarkt bemühen. So sieht das ZEW die höhere Beschäftigungsquote in der Vergleichsgruppe als einen indirekten Erfolg der Ein-Euro-Jobs an.

Allerdings teilte Stephan Thomsen, an der Studie beteiligter Wissenschaftler, in einer Pressemitteilung mit: “Mit den Daten können wir leider nicht feststellen, welche Gründe für das ungünstige Abschneiden der Ein-Euro-Jobs verantwortlich sind.  Darum darf man aus unseren Ergebnissen nicht voreilig den Schluss ziehen, dass Ein-Euro-Jobs ein vollkommen ungeeignetes Instrument der Arbeitsmarktpolitik sind.”

Die Ein-Euro-Jobs sind derzeit das am häufigsten eingesetzte Instrument zur Aktivierung von Langzeitarbeitslosen.

Die komplette Studie in englischer Sprache, kann auf der Homepage des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung heruntergeladen werden.

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