Ökonomen finden Zivildienst sinnlos
Eine Aussetzung des Wehrdienstes bedeutet auch das Ende des Zivildienstes. In diese Diskussion haben sich jetzt auch führende Ökonomen eingeschaltet. Diese sehen den Zivildienst als nicht gewinnbringend für die Volkswirtschaft an und fordern daher die Abschaffung.
In einem Beitrag in der Welt am Sonntag sprachen sich mehrere führende Ökonomen für die Abschaffung des Zivildienstes aus und begründeten dies, dass der Zivildienst eine Belastung für die Volkswirtschaft darstelle. Der Dienst “führt zur Vergeudung von Talent und Ressourcen, er vernichtet Arbeitsplätze und führt zu Wettbewerbsverzerrungen”, sagte der Direktor am Max-Planck-Institut für Geistiges Eigentum, Wettbewerbs- und Steuerrecht, Kai Konrad, der Welt am Sonntag. Weiterhin wird gefordert das Krankenhäuser und Altenheimen “den echten Preis für alle Arbeitskräfte” zahlen sollten. Auch finden es die Ökonomen bedenklich, dass der Pflichtdienst die Ausbildungsphase junger Menschen unterbreche. “Man könnte eines Tages noch bereuen, dass man junge Menschen ein halbes Jahr lang vom regulären Arbeitsmarkt abgehalten hat”, sagte Thomas Straubhaar, Chef des Hamburger Weltwirtschaftsinstitutes, der Zeitung.
Diese Aussagen finde ich durchaus interessant, auch wenn ich sie nicht unterstützen kann. Denn den Zivildienst nur aus wirtschaftlicher und arbeitsmarkttechnischer Sicht zu sehen ist aus meiner Sicht zu kurz. Ich musste keinen Zivildienst machen, weil ich ausgemustert wurde, habe mich aber entschlossen ein Freiwillig Soziales Jahr zu machen. Und dieses Jahr möchte ich nicht missen, denn ich bin überzeugt davon, dass man während eines Zivildienstes oder eines FSJ’s wertvolle Erfahrungen sammelt. Gerade im Bereich der sozialen Kompetenzen kann man viel lernen und ich kann es nur jedem empfehlen ein solches Jahr zu machen.
Auch stört mich das Argument, dass durch den Zivildienst die Ausbildungsphase unterbrochen wird. Es ist sicherlich nachvollziehbar, dass die Wirtschaft daran bedacht ist das junge Menschen möglichst schnell ihre Ausbildung beenden. Doch ob diese nun ein halbes oder ein ganzes Jahr später fertig werden, ist meiner Ansicht nach egal. Auch zielt das Argument von Thomas Straubhaar ins leere, da es schon seit Jahrzehnten einen Zivildienst gibt, früher sogar mit noch weit längeren Dienstzeiten und ich bisher noch nicht gesehen habe, dass dies negative Folgen für diejenigen hatte.
Allerdings wird es spannend werden, was mit dem Zivildienst passiert, wenn der Wehrdienst ausgesetzt wird. Denn klar ist dann endet auch der Zivildienst. Der Paritätische Wohlfahrtsverband hat schon mitgeteilt, dass es “weit mehr als 200 Millionen Euro” im Jahr kostet, wenn man die Zivildienstleistende aus dem regulären Arbeitsmarkt ersetzen müsste. Also genau das was sich die Ökonomen die sich in der Welt am Sonntag geäußert haben wünschen. Das Argument das Krankenhäuser und Altenheime “den echten Preis für Arbeitskräfte” zahlen sollen, kann ich aus wirtschaftlicher Sicht durchaus unterstützten. Allerdings muss man auch sehen, dass dies wohl bedeuten würde, dass man mehr Geld für die Pflege und die Gesundheit benötigt. Ob dann eine höhere Steuerzuweisung des Bundes in diese Versicherungsbereiche oder gar eine Erhöhung der Beitragssätze unbedingt im Interesse der Wirtschaft ist sei dahin gestellt.
Im letzten Jahr waren laut dem Bundesamt für den Zivildienst 90555 junge Erwachsene in Deutschland im Dienst. Wie es nun mit dem Zivildienst weitergehen soll, dazu möchte sich Bundesfamilienministerin Kristina Schröder am heutigen Montag zu äußern. Wie man aus den Medien entnehmen kann ist ein “freiwilliger Zivildienst” geplant. Ein solcher soll für Frauen wie Männer möglich sein, allerdings soll er nicht mehr Geld bringen, sondern andere Vorteile, wie Schröder am Wochenende der Bild am Sonntag sagte. “Also zum Beispiel um eine Anrechnung dieser Zeit fürs Studium. Und die jungen Männer und Frauen sollen ihre Dienstzeit selbst bestimmen können.”
Man darf also gespannt sein ob die Wehrpflicht ausgesetzt wird und wie dann der dadurch auch abgeschaffte Zivildienst ersetzt wird. Meiner Ansicht nach wäre aber ein freiwillig soziales Jahr für jeden jungen Erwachsenen sinnvoll!
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Ich glaube die Herren sollten mal einen Zivildienst ableisten. wahrscheinlich haben sie zu ihrer Zeit nur Bund gemacht.
Außerdem vergeude ich mein Talent. Das finde ich interressant. ICh schließe aus dieser AUssage das die Herren die Ellenbogengesellschaft nur weiter fördern wollen. Da sozieale Talente ja anscheinend nichts zählen.
Außerdem braucht man da nichtmal BWL studiert haben um zu sehen das im Endeffekt die Gesellschaft viel schlimmer trifft wenn die Zivildiensttätigkeiten durch “normale arbeitskräfte” abdecken. Dadurch werden Heimplätze teurer, Krankenhausaufenthalte auch und wer bezahlt der Steuerzahler durch höhere Beiträge. Was passiert dann? Er hat weniger Geld, gibt weniger aus. und die Folge der Wirtschaft gehts wieder schlechter. Ich frage mich manchmal warum solche Ökonomen überhaupt Geld bekommen. Weil fast jede Aussage von denen kann man mit einem gesunden Menschenverstand revedieren.