Modellprogramm: MEHR Männer in Kitas
Das Bundesfamilienministerium und der Europäische Sozialfonds fördern das Modellprogramm “MEHR Männer in Kitas”. Das Programm soll die Entwicklung von Strategien zur Steigerung des Anteils männlicher Fachkräfte in Kindertagesstätten voran bringen.
Das Modellprojekt wurde am 20. Juli auf einer Konferenz in Berlin gestartet. Ich finde dieses Projekt sehr gut, da ich während meines Freiwillig Sozialen Jahres in einer Kindertagesstätte gemerkt habe das männliche Erzieher im Bereich der Kinderbetreuung fehlen. Auch finde ich es für wichtig, dass Kinder in diesem Alter in einer Betreuungseinrichtung männliche Bezugspersonen haben. Ich denke gerade für heranwachsende Jungs ist dies wichtig sein.
Im Rahmen der oben genannten Startkonferenz die schon etwas länger zurück liegt wurden auch Ergebnisse einer Studie veröffentlicht, die im Auftrag des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend durchgeführt wurde. Diese kommt zu dem Ergebnis, dass die Türen der Kitas Männern weit offen stehen. Eine deutliche Mehrheit der befragten Eltern, Erzieher/innen, Kitaleiter/innen und Träger-Verantwortlichen erachtet es als wichtig, dass Kinder sowohl von Erzieherinnen, als auch von Erziehern betreut werden.
Die Studie wurde von der Katholischen Hochschule Berlin und der Firma Sinus Sociovision GmbH erstellt und zeigt, dass derzeit drei Prozent Männer in Kitas arbeiten. Betrachtet man allerdings ausschließlich das Fachpersonal, ohne Zivildienstleistende, Praktikanten und Absolventen eines Freiwilligen Sozialen Jahres, sind es lediglich 2,4 Prozent männliche Fachkräfte. “Zwar steigt die absolute Anzahl der männlichen Fachkräfte tendenziell, das macht sich aber vor dem Hintergrund der insgesamt zunehmenden Anzahl von Fachkräften in Kitas kaum bemerkbar.” kommentiert Jens Krabel, einer der drei Autoren der Studie die aktuelle Situation.
Dies möchte nun das Bundesfamilienministerium mit dem Modellprojekt ändern. Das Bundesministerium hat bekannt gegeben, dass es gemeinsam mit dem Europäischen Sozialfonds ab 2011 für drei Jahre mindestens zehn Modellregionen mit bis zu 12,5 Millionen Euro fördern möchte, um den Anteil männlicher Fachkräfte in Kitas spürbar zu steigern. Fachlich und strategisch beraten werden sie dabei von der Koordinationsstelle “Männer in Kitas” an der Katholischen Hochschule für Sozialwesen Berlin, die Anfang 2010 ihre Arbeit aufgenommen hat. Prof. Dr. Stephan Höyng, Projektleiter der Koordinationsstelle “Männer in Kitas” begrüßt das Vorhaben des Bundesministerium. Weiterhin weist er darauf hin, dass das eingesetzte Finanzvolumen weltweit einmalig ist. “Nicht einmal die skandinavischen Länder Norwegen oder Schweden haben eine solch umfassende, von der Politik unterstütze Aktion gestartet, um männliche Fachkräfte für den Erzieherberuf zu gewinnen”, so Prof. Dr. Höyng weiter.
Weitere Informationen zum Projekt bekommt man auf der Homepage der Koordinationsstelle Männer in Kitas. Die Studie des BMFSFJ “Männliche Fachkräfte in Kindertagesstätten” kann auf der Ministeriumshomepage kostenlos heruntergeladen werden.
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