Brauchen wir die Rente mit 67?
Die SPD diskutiert zurzeit ob man von der Rente mit 67 wieder abrücken soll oder nicht. Und dann kam heute auch noch die Meldung das Wirtschaftsverbände weniger Urlaub fordern. Für mich hängt beides Rente und Urlaub zusammen. Und ich finde wir brauchen die Rente mit 67, aber auch mehr Urlaub!
Was sich vielleicht als erstes als soziale Träumerei anhört, möchte ich dann in diesem Blogbeitrag doch etwas begründen. Als erstes sollte man sich mal darüber klar werden, wann das letzte Mal das Renteneintrittsalter reformiert wurde. Das war noch zu Zeiten von Bismarck, nämlich im Jahr 1916 wurde das Renteneintrittsalter von 70 auf 65 Jahre heruntergesetzt.
Seitdem wurde nichts mehr daran geändert, obwohl wir alle merken und auch Statistiken dies aussagen, dass die Lebenserwartung der Deutschen immer länger wird. Daher denke ich dass man durchaus einen Anspruch davon ableiten kann, dass dann auch die Arbeitszeit verlängert wird und man erst später in die Rente kommt.
Allerdings finde ich auch muss man in einer solchen Diskussion schauen wie die Arbeitsbedingungen sind. Denn in der heutigen Zeit in der vieles immer schneller geht und auch die psychische Anspannung der Angestellten und Arbeiter größer wird. Insofern sehe ich die Forderung den Urlaubsanspruch zu kürzen sehr sehr kritisch. Da ich es bezweifle das man heute schon mit seinen normalerweisen sechs Wochen Urlaub wirklich abschalten kann von der Arbeit.
In der Diskussion zeigt sich auch, dass als Gegenargument immer wieder angeführt wird, dass ältere Arbeitnehmer keine Arbeit mehr finden. Allerdings zeigen auch zahlen der Bundesagentur für Arbeit das es in diesem Bereich auch eine Trendwende gibt. So liegt 2008 die Erwerbstätigenquote bei den 55 bis 65 Jährigen bei 53,8 Prozent und hat eine deutliche Steigerung erfahren im Vergleich zu 1994 wo sie noch bei 35,9 Prozent lag. Auch bin ich überzeugt davon, dass in den nächsten Monaten und Jahren ältere Arbeitnehmer wieder mehr gefragt sind. Ich kann auch nur jedem Unternehmen raten auch ältere und erfahrene Arbeitnehmer einzustellen, die einen breiten Erfahrungsschatz aus ihrem Berufsleben mitbringen.
Ich bin auch überzeugt davon, dass in den nächsten Jahren durchaus das Renteneintrittsalter steigen kann, ich habe damit auch kein Problem, wenn sich auch die Arbeitsbedingungen ändern. Und dann sind wir auch schon wieder bei der Forderung mit dem Urlaub. Ich bin der Überzeugung das Beschäftigung attraktiver gemacht werden muss, und dazu gehört für mich auch der Urlaub. Meinhard Miegel hat in seinem Buch “Exit” eine interessante Rechnung vorgestellt. In dieser wird angenommen den Urlaub auf bis zu 2 Monate zu erhöhen. Sicherlich muss man darüber diskutieren ob dies dann ein bezahlter Urlaub ist so wie bisher oder dieser nur teilweise bezahlt wird. Aber er ist der Auffassung das durch eine solche längere Urlaubszeit, der Mensch wirklich von der Arbeit abschalten kann und sich regenerieren und dann im Gegenzug auch länger arbeiten kann und ein Renteneintrittsalter mit 70 Jahren erreichbar ist. Dieses Modell würde sich auch für die Wirtschaft und die Arbeitgeber rechnen, weil sich dadurch die Lebensarbeitszeit um 55 Wochen erhöhen würde. Für den Arbeitnehmer ist dies aber aus meiner Sicht verschmerzbar weil sich im Gegenzug die Lebenserwartung bis 2030 um 3 bis 4 Jahre steigen dürfte.
Daher mein Fazit: Die Erhöhung des Renteneintrittsalters auf 67 Jahre ist richtig, schon allein aus demografischen Gesichtspunkten und einer immer höheren Lebenserwartung. Auch wird sie benötigt, damit unser bisherigen Rentenversicherungssystem weiterhin das leisten kann was es bisher leistet. Aber es muss ich auch wie oben beschrieben in den Arbeitsbedingungen etwas ändern, damit Menschen länger leistungsfähig sind und nicht in einer immer schnelleren Arbeitswelt ausgelaugt werden. Eine Forderung den Urlaub zu kürzen, ist hier die falsche Antwort!
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