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Aktuelles aus der Sozialwirtschaft!

Die bayerische Sozialwirtschaft in Zahlen

(C) pixelio.de / hofschlaeger

Wenn es um Zahlen über die Sozialwirtschaft geht, findet man leider recht wenig. Am häufigsten ist hier wohl die amtliche Statistik zu nennen. Doch nun wurde die Studie “Sozialwirtschaft in Bayern – Umfang und wirtschaftliche Bedeutung” veröffentlicht.

Mit dem Forschungsprojekt unter Federführung von Prof. Dr. Hans-Joachim Puch und Prof. Dr. Klaus Schellberg von der Evangelischen Hochschule Nürnberg wurden die “Aufgaben und Leistungen der Sozialwirtschaft in Bayern” erfasst und ihre gesellschaftliche und wirtschaftliche Bedeutung beschrieben. Die Studie wurde von der Landesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege in Bayern in Auftrag gegeben und vom Bayerischen Staatsministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familie und Frauen gefördert.

Die Studie liefert neben dem statistischen Zahlen, sehr interessante Zahlen zur wirtschaftlichen Leistung von Sozialunternehmen. So arbeiten zum Beispiel rund fünf Prozent der bayerischen Beschäftigen in der Sozialwirtschaft, insgesamt 300.000 Erwerbstätige. Hierbei zeigt sich das die ambulante und stationäre Pflege die meisten Beschäftigungsmöglichkeiten bietet, gefolgt von der Kinder- und Jugendhilfe. Auch zeigt die Studie auf, dass die Sozialwirtschaft vor allem für Frauen ein attraktiver Arbeitsmarkt ist und die angebotenen Arbeitsmodelle oft sehr flexibel sind. Allerdings zeigt sich auch, dass die Verdienstmöglichkeiten geringer sind wie der Durchschnittsverdienst in Bayern.

Eine interessante Berechnung ist auch wieviel von den staatlichen Zuschüssen wieder an die öffentliche Hand zurückfließt. So zeigt die Studie zuerst auf, dass die Finanzierung von sozialen Einrichtungen zu 60 Prozent von öffentlichen Sozialleistungsträger stammt. Die Studie untersucht aber auch welche Einnahmen soziale Dienstleistungsunternehmen der öffentlichen Hand bringen. Dies geschieht in verschiedenster Form z.B. durch Sozialversicherungsbeiträge, Lohnsteuer sowie verschiedene andere Steuern wie zum Beispiel der Umsatzsteuer.

Hierbei zeigt sich das 50 Prozent der Ausgaben für Soziales wieder an die öffentliche Hand zurück fließen. Hierbei ist noch nicht die soziale Wirkung der verschiedenen Maßnahmen miteinberechnet.

Insofern zeigt die Studie eindrucksvoll auf, das die Sozialwirtschaft durchaus ein Wirtschaftszweig mit hoher gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Bedeuutung ist. Daher wäre es aus meiner Sicht wünschenswert, wenn die Wirtschaftsberichterstattung, auch mehr auf diesen Bereich eingeht.

Die komplette Studie kann als pdf-Datei auf der Homepage der Evangelischen Hochschule Nürnberg heruntergeladen werden oder bei der Geschäftsstelle der Landesarbeitsgemeinschaft der Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege, Lessingstraße 1, 80336 München, bezogen werden.

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