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Aktuelles aus der Sozialwirtschaft!

Bayern kürzt Schulgeld für Altenpflegefachschulen

(c) pixelio.de / matchka

Das wir einen Mangel an qualifizierten Pflegekräften habe ist nichts Neues. Dies sehen nicht nur die Einrichtungen und Wohlfahrtsverbände, sondern auch die Politik. Daher sollte man meinen, dass die Politik alles unternimmt, um den Pflegeberuf attraktiv zu machen. Bayern hat sich jetzt erstmal dagegen entschieden und kürzt das Schulgeld.

Der Freistaat Bayern zahlt den Altenpflegeschulen bisher neben der gesetzlich festgeschriebenen Förderung von 79 Prozent der Personalkosten als freiwillige Leistung einen zusätzlichen Schuldgeldausgleich. Dieser beträgt zurzeit 200 Euro pro Unterrichtsmonat und Schüler. Dadurch soll erreicht werden das für die Pflegeschüler keine zusätzlichen Schulgeldkosten entstehen.

Nun hat aber das Kultusministerium in einem Schreiben vom 1. Juni mitgeteilt diesen Betrag auf 100 Euro zu senken. Begründet wird dies paradoxerweise mit den erwarteten steigenden Schülerzahlen in den nächsten Jahren.

Die Wohlfahrtsverbände und auch die Oppositionsparteien befürchten nun, dass die Altenpflegeschulen ein Schulgeld vom Schüler verlangen müssen und dadurch die Ausbildung unattraktiv wird. Diese Gefahr sehe ich auch.

Und ich finde es auch verwunderlich dass die Politik zwar zum einen mehr Pflegepersonal möchte, zum anderen aber dann damit argumentiert das es in den nächsten Jahren zu viele Schüler gibt. Auch sieht man an dieser Kürzung, wie oft gekürzt wird. Einfach mal kürzen ist hier oft die Devise und es wird nicht groß hinterfragt, was es für Auswirkungen hat.

Daher bin ich gespannt ob das Kultusministerium zum einen diese Kürzung wirklich durchführt und zum anderen wie dann die Schüler auf ein mögliches Schulgeld reagieren können. Man kann nur hoffen, dass sich der Kultusminister Ludwig Spaenle (CSU) sich diesen Schritt nochmals überlegt und zurück nimmt.

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10 Kommentare

  1. Die Halbierung des so genannten Schulgeldausgleichs für private Berufsfachschulen für Altenpflege und Altenpflegehilfe in Bayern wäre das Aus für viele oder sogar die meisten Altenpflegeschulen. Welche(r) Schüler(in) kann sich dann die Altenpflegeausbildung noch leisten? Sie wird ja teurer als ein Studium! Ein monatliches Schulgeld von ca. 130 EURO wäre fällig!
    Angesichts des gegenwärtigen und zukünftig noch viel größeren Pflegenotstands ist der Beschluss des Kultusministeriums ein echtes Katastrophenrezept! Außer Sozialabbau und der Umverteilung der Steuergelder von unten nach oben fällt der / den Regierung(en) angesichts der Zockerkrise einfach nichts ein! Unglaublich!!! Was ist das “C“ oder das “S” in CSU noch wert? (= Rhetorische Frage! Bitte keine Antwort!)
    Ich habe jedenfalls alle Freunde und Bekannte angemailt und Ihnen diese Ungeheuerlichkeit der Bayerischen Staatsregierung übermittelt, die vermutlich in einem Parallel-Universum existiert und zum wirklichen Leben keinen Kontakt mehr hat.
    Mein Eindruck ist, dass wir von einer unsäglich arroganten und korrupten Politikerkaste regiert werden, die nur noch die Interessen des Großkapitals (Banken, Konzerne) bedient.
    Peter Buchfelder, Pflegelehrer

  2. Ich bin Bezirksrätin in Schwaben und verstehe die Welt nicht mehr.
    Zum einen kommt am 28.7.2010 ein Newsletter von http://www.altenpflegeausbildung.net unter Federführung vom Bundesgesundheitsministerium Darin wird mitgeteilt, daß es zu einem Fachkräftemangel in der Altenpflege kommt, gleichzeitig kürzt Bayerns Kultusminister Spänle diese Zuschüsse.
    Zum anderen erfahre ich abends am selben Tag in einer Altenpflegeschule, daß die Sache der Kürzung in Bayern noch immer in der Schwebe ist.
    Überhaupt war es ein Fehler die Heimgesetzgebung zur Ländersache zu machen.

    Wenn man sich die Situation im Altenpflegestellenmarkt ansieht, so sind bereits jetzt zu wenige Altenpfleger vor Ort verfügbar und die Ausbildung ist auch nicht dem zukünftigen Bedarf entsprechend ausreichend. Krankenpflegekräfte wandern zusätzlich wieder verstärkt in Krankenhäuser und Rehakliniken zurück. Die demografische Entwicklung bei den Altenpflegeangestellten ist ähnlich wie bei den niedergelassenen Ärzten. Viele Mitarbeiter sind über 50 Jahre alt und scheiden im nächsten Jahrzehnt aus.
    Diese Haltung des Kultusministeriums unter Minister Spaenle ist gewiss nicht vorausschauend. Einseits werden kostenintensive Imagekampagnen gemacht um Bewerber zu finden, andereseits so eine Aktion.

    Für die nach der Sommerpause geplanten Gespäche zwischen Kultusministerium und den Berufsfachschulen Bayerns wünsche ich mir eine Rücknahme der Kürzungspläne und eine verbindliche längerfristige Bindung des Kultusministeriums an seine Zusagen. Es kann nicht angehen, daß es jährlich diese Zitterpartien gibt.

    Ingeborg Vollmar, Bezirksrätin, Altenpflegerin und Pflegedienstleiterin

  3. CSU bleibt bei der Kürzung des Schulgeldausgleichs für Altenpflegeschüler trotz Intervention der SPD

    Der Landtag geht in die Sommerpause und lässt die Altenpflegeschulen im Regen stehen: Ab dem kommenden Schuljahr soll den privaten Altenpflegeschulen der staatliche Schulgeldausgleich von 200 auf 100 Euro gekürzt werden. Dagegen hatte die SPD per Dringlichkeitsantrag protestiert.

    Die CSU/FDP-Regierung hat es nun erneut abgelehnt, die angekündigte Kürzung des Schulgeldes für private Altenpflegeschulen zurückzunehmen.

    Interessant ist die Vorgeschichte: Das bayerische Kultusministerium hatte den privaten Berufsfachschulen für Altenpflege und Altenpflegehilfe bereits Anfang Juni angekündigt, dass der Schulgeldausgleich pro Schüler und Monat ab dem neuen Schuljahr von 200 Euro auf 100 Euro halbiert werde – und das, obwohl Sozialministerin Christine Haderthauer noch im März mit dem „Bündnis für Ausbildung und Fachkräftenachwuchs in der Altenpflege“ für die notwendige Verbesserung der Personalsituation in diesem Bereich sorgen wollte.

    Auch am 24. Juni hatte die Sozialministerin nochmals öffentlich erklärt, dass ein Schulgeld für die Altenpflegeschulen nicht Ziel führend sei, um dem Fachkräftemangel entgegen zu wirken. Auch der sozialpolitische Ausschuss hatte sich einstimmig für diese Linie ausgesprochen. Wenige Tage später kassierte der Bildungsausschuss dieses einstimmige Votum wieder ein.

    Jetzt wurde im Parlament auch noch die letzte Chance versäumt, für Klarheit zu sorgen und man kann nur empört sein über die Weigerung der CSU/FDP-Regierung, an der Kürzung des Schulgeldlastenausgleiches für Schüler und Schülerinnen der privaten Berufsfachschulen für Altenpflege und Altenpflegehilfe festzuhalten.

    In der Region Aschaffenburg hat sich die SPD-Landtagsabgeordnete Karin Pranghofer eingeschaltet und bei der Hans-Weinberger-Akademie, dem Träger der Altenpflegeschule in Aschaffenburg und der Berufsfachschule für Altenpflege und Altenpflegehilfe in Erlenbach darüber informiert, welche Konsequenzen die Schulgeldkürzung vor Ort hat. Ein Schulgeld von 100 Euro führe zu einer Abwanderung hin zu anderen Berufen, war die übereinstimmende Antwort der Schulleiterinnen. Die arbeitsmarktpolitische Dimension sei nicht absehbar, obwohl es sich bereits heute um einen Mangelberuf handele. Immer mehr Altenpflegeeinrichtungen seien in den letzten Jahren entstanden und der Bedarf an examinierten Kräften wachse und könne zur Zeit nur knapp gedeckt werden.

    „Ein falsches Signal zum falschen Zeitpunkt“, fasste die Landtagsabgeordnete Pranghofer die Kürzung der Landesregierung in einer Presseerklärung zusammen. Obwohl sich alle Parteien darüber im Klaren sind, dass mehr und besser qualifiziertes Personal in der Altenpflege gebraucht wird, werden Fachkräfte weggespart. „Das ist ein unerträglicher Zustand“, so Pranghofer, die sich fragt, wer eigentlich innerhalb der Staatsregierung bestimmt – das Kultusministerium, das Sozialministerium oder die Bürokratie, die ohne die politischen Konsequenzen zu beachten, im Vorgriff auf zukünftige Haushaltsberatungen Kürzungen weiterleitet.

  4. das ist ein reiner wansien warum in der Pflege und nicht wo anders in aneren Berufen dan gibt es bald keine Pfleger

  5. Das bayerische Sozialministerium gibt 3 Mio. für die Marketingaktion “Das Bündnis für Fachkräftenachwuchs in der Altenpflege” aus. Gleichzeitig wird das Schulgeld je Schüler um monatlich 100 € gekürzt. Ministerpräsident Seehofer meint, wir sollten keine Fachkräfte aus dem Ausland holen, sondern die Inländer qualifizieren.

    Wir sollten neue Fachkräfte für die bayerische Regierung suchen!

  6. Sollten wir Pflegeschüler ein Schulgeld zahlen müssen, dann werden viele die in die Altenpflege gehen wollten bestimmt nicht in die Schulen gehen, da sich dass keiner leisten kann!

    Ich für meinen Teil, kann dann kurz vor dem Examen das ich in 2011 eigentlich absolvieren sollte aufhören.
    Denn das Gehalt das wir bekommen reicht gerade mal für die Fixkosten!!!!

    WIR KÖNNEN DIE GEPLANTE FORDERUNG VON SCHULGELD NICHT AKZEPTIEREN!!!!!!

    Die Politik muss endlich damit aufhören an den falschen Stellen zu sparen!!!!

  7. Nun scheint es amtlich zu sein, das Schulgeld wird auf 150 Euro gekürzt!

    Kontraproduktiver kann eine Entscheidung kaum sein!!! In Hinsicht auf den Mangel an Pflegefachkräften, sollte der Beruf des Altenpflegers doch eher schmackhaft gemacht werden anstatt durch Kosten für den Schüler abschreckend zu wirken!!

    Ich kann meiner Vorrednerin nur beipflichten: WIR KÖNNEN DIESE ENTSCHEIDUNG NICHT AKZEPTIEREN!!!!

    Angesichts der geringen Ausbildungsvergütung ist es nahezu unmöglich, Schulgeld zu zahlen! Keine Altenpflegeschüler, keine fachkompetente Pflege im Alter!

    An unseren Senioren wird in jeglicher Hinsicht gespart! Ob unsere entscheidenden Köpfe vergessen haben, dass auch sie einmal auf pflegerische Hilfe angewiesen sein könnten???

  8. Ich für meinen Teil werde die Ausbildung wohl abbrechen wenn tatsächlich ein Teil des Schulgelds von uns selbst gezahlt werden muss. Das wäre meine 2te Ausbildung die ich aus finanziellen Gründen abbrechen muss. Ich weiß nicht genau was bei uns in Deutschland falsch läuft, dass jemand der arbeiten möchte keine vernünftige Lehre machen und davon leben kann.

    Denoch hätte ich gerne die Quellenangabe meiner Vorrednerin

    Vielen Dank.

  9. @Thomas, Sie meinen mich?

    Ich berufe mich auf die Aussage meines Schulleiters. Hierzu wurde ein Artikel im Wiesentbote herausgebracht.

    http://www.wiesentbote.de/2010/12/16/mdl-eduard-noth-losung-fur-finanzierung-der-altenpflegeschulen-gefunden/

    Desweiteren kürzlich erschienener Artikel
    http://www.infranken.de/nachrichten/lokales/forchheim/Einer-der-unattraktivsten-Jobs;art216,113415

    Ich wünsche Ihnen viel Glück. Vielleicht geht der Kelch ja doch noch an uns vorbei.

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